
Notaufnahme der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Der einjährige Farhad und seine Eltern sind vor dem Taliban-Regime in Afghanistan geflohen. Farhad schwitzt ständig, nimmt nicht zu und trinkt zu wenig. Die diensthabende Ärztin vermutet einen Herzfehler, spricht aber kein Dari. Sie benötigt jedoch dringend weitere Informationen, und auch die Eltern haben Fragen.
Die Ärztin weiß sich zu helfen. Sie ruft beim Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. (EMZ) in Hannover an. Dort wird kurzfristig ein Dolmetscher mit medizinischen Kenntnissen vermittelt.
Mohsen Ataey ist medizinisch geschulter Dolmetscher und übersetzt Dari und Farsi in der Kinderklinik der MHH. Ataey erzählt, dass er gerade von einem Einsatz kommt: “Der wurde mir heute Morgen um acht Uhr bekannt gegeben. Es war für das Jugendamt und es ging um eine Familie, die viele Konflikte mit ihrem schwer erziehbaren Sohn haben. Danach hatte ich einen Einsatz in einer Zahnklinik, es ging um die Narkoseansprache für ein fünfjähriges iranisches Mädchen.“ Und jetzt der Einsatz in der Kinderklinik. Mohsen Ataey geht gerne in die Kinderklinik, denn seine Tochter war auch einmal ein Herzkind, ihr wurde ein Loch in der Herzkammerwand geschlossen.
Zwei Vereine starten ein gemeinsames Projekt
Es ist exakt 15 Jahre her, 2011, als das Dolmetscher-Projekt an der Kinderklinik der MHH ins Leben gerufen wurde. Ira Thorsting vom Verein „Kleine Herzen Hannover“ hat damals das Problem erkannt und für Abhilfe gesorgt. Sie sammelte Spendengelder, um die Finanzierung der Dolmetscher-Einsätze sicherzustellen. Und sie nahm Kontakt zum EMZ auf. Sie hatte schon für das Zentrum als freie Journalistin gearbeitet und kannte den Geschäftsführer Ramazan Salman. Beide starteten das Dolmetscher Projekt für die MHH, das EMZ übernahm die Organisation, die „Kleinen Herzen“ die Finanzierung.
„Gerade wenn es um die Gesundheit geht, um Diagnosen, Therapien, Medikamente und Heilungsprognosen, ist es enorm wichtig sich richtig zu verstehen“, so die Vereinsvorsitzende. Und Dr. Michael Sasse, leitender Oberarzt der Pädiatrischen Kardiologie und Intensivmedizin ergänzt: „Der muttersprachliche Austausch ist für uns die einzige Möglichkeit, auf die Familien zuzugehen, den gemeinsamen Weg aufzuzeigen und die Ängste zu nehmen. Die Arbeit der Dolmetscherinnen und Dolmetscher verbessert die Zusammenarbeit zwischen dem Stationsteam, den Kindern und deren Eltern deutlich.“
Das Dolmetscher-Projekt der „Kleinen Herzen“ wirkte als Vorbild für andere Stationen der MHH und weiterer Kliniken bundesweit. “Nach dem Zuzug der vielen Flüchtlinge haben wir unser Angebot noch mal erweitert und haben jetzt bis zu 300 Dolmetscher für 50 Sprachen in Hannover und anderen Teilen von Niedersachsen“, sagt Ramazan Salman.
Das Dolmetscher-Projekt der „Kleinen Herzen Hannover“ wurde auch schon ausgezeichnet: „Gleich nach der Gründung bekam unser Projekt den Integrationspreis des „Deutsch-Türkischen Netzwerkes“, 2016 bekamen wir unter anderem für das Dolmetscher-Projekt den Sonderpreis „Bildung und Soziales“ des Innovationspreises des Landkreises Göttingen und 2022 waren die „Kleinen Herzen“ Platz 1 der Charity-Aktion 2022/23 "Holtzmann & Friends. Gemeinsam stark!" Immerhin wurden damals 82 gemeinnützige Projekte eingereicht“, freut sich Ira Thorsting.
Und auch aus dem kollegialen Umfeld gibt es Anerkennung, so schrieb Sebastian Kahnt, Geschäftsführer des Bundesverbands Herzkranke Kinder e.V. (BVHK): “Es freut mich sehr zu hören, wie erfolgreich und wertvoll das Dolmetscher-Projekt von „Kleine Herzen Hannover“ ist und wie es inzwischen auch überregional als Vorbild wahrgenommen wird. Dass andere Vereine, sogar aus Süddeutschland, sich bereits nach euren Erfahrungen erkundigen und du Kontakte weiter vermittelst, zeigt, wie groß der Bedarf und das Interesse an dieser Idee ist.
Umfangreiche Schulungen sind nötig
Das EMZ tut viel, damit ihre Dolmetscher gut geschult werden. Denn sie müssen nicht nur die jeweilige Sprache gut beherrschen, sondern sich auch mit den oft komplizierten Krankheitsbildern und der Kultur der Patienten auskennen: “Wir üben sogar, wie man sich als Dolmetscher ans Bett stellt oder wie man in bestimmten Kulturen Begrüßungsformeln macht. Dabei ist Neutralität oberstes Gebot. Sie dürfen nichts verschweigen, aber auch nichts hinzufügen. Und wir bringen ihnen bei, dass Ordnung, Qualität und Pünktlichkeit deutsche Tugenden sind, die es ihnen erleichtern, gut mit den Ärzten und dem Pflegepersonal zusammenzuarbeiten“, sagt Ramazan Salman.
Das Dolmetscher-Projekt in Zahlen
Der Bedarf an Übersetzungen steigt ständig. Die häufigsten Übersetzungen finden derzeit in arabischer Sprache statt. Für das Projekt "Kleine Herzen" waren im Jahr 2025 insgesamt 57 Dolmetscher für 148 Einsätze tätig. Dabei wurde in insgesamt 18 Sprachen gedolmetscht. „Bisher haben wir etwa 40.000 Euro für unser Dolmetscher-Projekt aus Spendenmitteln eingesetzt.“, erläutert Thorsting.
Der kleine Farhad muss noch etwa eine Woche in der Kinderklinik zur Beobachtung bleiben. Mohsen Ataey übersetzt, dass die Eltern dankbar sind, dass sie alle Fragen stellen durften und fachkundige Antworten bekamen, die sie auch verstanden. Da die Familie aus Salzgitter kommt und damit sie täglich bei ihrem Kind sein können, brachte Ira Thorsting die Eltern im „Haus Schutzengel“ in direkter Nachbarschaft zur Medizinischen Hochschule unter – ein weiteres Projekt der „Kleinen Herzen“.
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Knapp einen Monat später fand die Scheckübergabe statt. Die Vereinsvorsitzende Ira Thorsting nahm den Scheck über 190 Euro entgegen: „Damit werden wir einen Monat lang den Wasserspender im Patientenwartebereich der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule (MHH) finanzieren, den die „Kleinen Herzen“ im Rahmen des vom Verein finanzierten Umbau des Wartebereichs aufgestellt haben. Denn unsere vielen Herzkinder und ihre Familien müssen natürlich auch während der oftmals längeren Wartezeiten auch etwas trinken können.“
Hallyunover war eine Studenten-Clubparty. „Hallyu“ bedeutet „Koreanische Welle“. Dieser Begriff steht für den kometenhaften Aufstieg und die globale Verbreitung der südkoreanischen Popkultur. Gebündelt wird diese Musik mit Showelementen aus elektronischen Musikveranstaltungen sowie lokalem Flair der niedersächsischen Landeshauptstadt.
Doch die Veranstaltung hielt einige Hürden für die Studierenden bereit. Extremhitze, eine fehlende Klimaanlage sowie ein eng getaktetes Semester mit Parallelveranstaltungen führten dazu, dass der Ticketverkauf eher verhalten lief. Ira Thorsting freut sich trotzdem: “Für uns sind auch kleinere Spenden enorm wichtig und wir sind dankbar für das soziale Engagement der Jungs.“
Und auch die Besucher waren nach Auswertung einer Umfrage mit einer Gesamtwertung von 4 von 5 sehr zufrieden mit dem Programm der Veranstaltung, trotz widriger Umstände. Dazu soll die Geschichte schon bald weitergehen, worin sich auch wieder eine Charity verstecken wird.
Fotos: Kleine Herzen Hannover e.V.
Grafik zum Projekt „Hallyunover": Dario Pietsch und Studententeam
Videos zur Studenten-Clubparty „Hallyunover“: https://www.instagram.com/p/DZ14qVRMMzk/ und https://www.instagram.com/p/DZ14qVRMMzk/ und https://www.instagram.com/p/DZ14GPQs8nl/

"Diese wunderbare Summe werden wir für unsere Weiterbildung zur Krisenbegleitung nutzen", erklärt Ira Thorsting, Gründerin und Vorsitzende von "Kleine Herzen Hannover", bei der Spendenscheckübergabe am 13. Juli in der MHH. Aus Hildesheim angereist waren mit dem schönen Spendenscheck Jana Freter, Vertriebsmanagement/Produktmanagerin, und Boris Böcker, Leiter VB Marke und Events.
Dr. Michael Sasse, Ltd. Oberarzt der Päd. Intensivmedizin, begrüßte die Gäste, freute sich ebenso über diese Spende und zeigte den Gästen seinen Bereich in der MHH. "Es ist die größte Kinderintensivstation im deutschsprachigen Raum", erzählt Dr. Sasse. "Damit sein Team noch besser mit dem Erlebten umgehen kann, dafür haben wir vor über 13 Jahren in Absprache mit Dr. Sasse diese spezielle Weiterbildung ins Leben gerufen", betont Thorsting. Und weiter: "Es haben mittlerweile über 1.000 Pflegekräfte, Ärzte, Therapeuten und viele weitere Personen, die tagtäglich im medizinischen Dienst in deutschen Kliniken arbeiten, an unserer Weiterbildung teilgenommen, für die wir bundesweit viele Preise gewonnen haben. Teilnehmende Ärzte können sich dafür auch ihre wichtigen Weiterbildungspunkte eintragen lassen und immer wieder nach einem 4-tägigen Grundkurs an allen Weiterbildungskursen fast kostenfrei teilnehmen." Für dieses Vereinsprojekt benötigen "Kleine Herzen Hannover" jährlich mehr als 85.000 Euro an Spendengelder.

Das Familienunternehmen Wucherpfennig möchte den Verein, der sich seit 20 Jahren für herzkranke Kinder in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einsetzt, unterstützen. „Wir werden das Pfandprojekt mehrere Wochen laufen lassen. Unsere Erfahrung mit ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit zeigt, dass wir mit einer fünfstelligen Summe rechnen dürfen“, sagt Thorsten Wucherpfennig, einer der beiden Inhaber.
Ira Thorsting, Gründerin und Vorsitzende des Vereins, ist begeistert: „Wir brauchen jeden Cent für unsere wichtigen Projekte und sind dankbar für jede Spende. Alleine 65.000 Euro pro Jahr benötigen wir für unser Projekt „Kriseninterventionshelfer im Krankenhaus“, mit dem wir das behandelnde Personal unterstützen. Deren Arbeit kann sehr anstrengend und belastend sein.“
Vielen Hannoveranern ist der Name Wucherpfennig ein Begriff, denn die Stadt wird seit über 110 Jahren mit Lebensmitteln aus dem Unternehmen versorgt. Die Cousins Stefan und Thorsten Wucherpfennig leiten das erfolgreiche Unternehmen in der fünften Generation. Das Traditionsunternehmen setzt neben Altbewährtem auch immer auf Innovation. Nachhaltigkeit und neue Foodtrends gehören genauso dazu wie Fürsorge für Mitarbeitende, Kundenfreundlichkeit und soziale Verantwortung.
„Es ist nicht so einfach, einen geeigneten Verein zu finden, den man unterstützen möchte. Wir haben schon einige soziale Projekte unterstützt; dabei gibt es bei Edeka Wucherpfennig feste Vorgaben. Ganz wichtig ist für uns, dass das Geld in Hannover bleibt, in der Region für die Region ist da einer unserer stillen Leitsätze. Die Kleinen Herzen Hannover sind ein toller Verein, bei dem wir ein sehr gutes Gefühl haben, dass das gespendete Geld an der richtigen Stelle ankommt. Wir sind auch sehr beeindruckt, mit wie viel Engagement und Leidenschaft Frau Thorsting und ihr Team, seit immerhin schon 20 Jahren engagiert so viele Projekte vorantreiben, für die betroffenen Kinder, aber auch für die Eltern und auch für das behandelnde Personal. Von daher sind wir sehr froh, dass wir dieses Pfandspendenprojekt gemeinsam machen können.“

Vereinsvorsitzende Ira Thorsting ist begeistert: “Die Feldjäger sind für unseren Verein ein treuer Partner. Seit 17 Jahren geht immer ein großzügiger Scheck an die „Kleinen Herzen“, aber diesmal ist er mit 5.520 Euro so groß wie noch nie. Die Spende werden wir für unser Projekt „Weiterbildung zur Krisenbegleitung“ einsetzen, zu dem sich dieses Jahr auch Soldaten angemeldet haben.“
Alles fing 2009 an, damals wurde die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr aus dem bayrischen Sonthofen nach Hannover an den Kugelfangtrift verlegt. „Zum Festakt der Aufnahme des Schulbetriebes gab es ein Benefizkonzert. Damals ging eine Hälfte der Einnahmen an das Soldatenhilfswerk und die andere Hälfte an die „Kleinen Herzen“, erzählt Stabsfeldwebel Habekost. Seitdem hat sich diese Aufteilung nicht verändert. Jedes Jahr gibt es auf dem Kasernengelände einen großen Weihnachtsmarkt. Alle Einnahmen aus dem Verkauf von Bratwurst, Glühwein und Zuckerwatte werden gespendet. Aufgestockt wird die Summe durch Spenden bei den regelmäßigen Blutspende-Terminen. Und es gibt noch einen persönlichen Bezug, denn die Tochter des Kommandeurs, Oberst Heiko Thieser, ist selber ein Herzkind und wurde in München am offenen Herzen operiert.
Stabsfeldwebel Sascha Habekost lässt es sich nicht nehmen, den Vertretern des Vereins die Kaserne zu zeigen, denn hier tut sich sehr viel. Die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr ist eine zentrale Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr. Rund 350 Soldatinnen und Soldaten sowie 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Lehrbetrieb. Täglich nutzen bis zu 1.000 militärische und zivile Lehrgangsteilnehmende das aus über 120 Lehrgängen bestehende Aus- und Weiterbildungsangebot der Schule. Die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr ist eine der modernsten Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr. „Die Teilnehmer der Lehrgänge kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, aber auch aus anderen Ländern“, erläutert Habekost.
Und es tut sich einiges auf dem Gelände. In absehbarer Zeit sollen hier weitere über 2.000 Soldatinnen und Soldaten untergebracht werden. Dazu werden Gebäude, die eigentlich abgerissen werden sollten renoviert und die Kaserne wir räumlich erweitert.
Die Schule verfügt über eine moderne Raumschießanlage, eine 42.000 Quadratmeter-Fahrfläche für die Fahrausbildung, Tennisplätze, Fitnessraum und weitere Sporteinrichtungen sowie eine Einrichtung für Kinderbetreuung. Es gibt modern eingerichtete Seminarräume und einen großen Tagungssaal. Ein Standortübungsplatz für die praktische Ausbildung liegt in der Nachbarschaft. Die Soldatinnen und Soldaten sind in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, auf den Fluren gibt es Gemeinschaftsküchen und neben der Kantine einegemütliche Betreuungseinrichtung.
Ihren jetzigen Namen trägt die „Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne“ seit 2018: Der Feldjäger Tobias Lagenstein kam bei einem Anschlag in Afghanistan ums Leben. Er ist der erste gefallene Feldjäger seit Gründung der Bundeswehr 1956. Die Umbenennung erfolgte auf Initiative der Angehörigen der Schule, die sich einen Namen mit hohem Identifikationsgrad wünschten.
Am Ende des Rundgangs treffen sich alle zusammen mit sechs „Spießen“, vier Männer und zwei Frauen zur Scheckübergabe am Kaserneneingang. Der Kompaniefeldwebel wird oft auch als Spieß bezeichnet oder „Mutter der Kompanie“ genannt. Hier sind meist Soldaten mit Dienstgrad Hauptfeldwebel oder höher eingesetzt, die dem Kompanie- oder Inspektionschef zuarbeiten. Spieße tragen eine goldene Kordel an der rechten Schulter.
Zum Abschied verabreden sich Ira Thorsting und Sascha Habekost zur Scheckübergabe im nächsten Jahr in die MHH: “Wenn ich sehe, mit welchem Herzblut Ira Thorsting dabei ist, dann ist es gar keine Frage, dass wir wieder spenden. Bei den „Kleinen Herzen“ wissen wir ganz genau, wo das Geld ankommt und dass es sinnvoll eingesetzt wird“, so Habekost.

Notaufnahme der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Der einjährige Farhad und seine Eltern sind vor dem Taliban-Regime in Afghanistan geflohen. Farhad schwitzt ständig, nimmt nicht zu und trinkt zu wenig. Die diensthabende Ärztin vermutet einen Herzfehler, spricht aber kein Dari. Sie benötigt jedoch dringend weitere Informationen, und auch die Eltern haben Fragen. Die Ärztin weiß sich zu helfen. Sie ruft beim Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. (EMZ) in Hannover an.
Es ist exakt 15 Jahre her, 2011, als das Dolmetscher-Projekt an der Kinderklinik der MHH ins Leben gerufen wurde. Ira Thorsting hat damals das Problem erkannt und für Abhilfe gesorgt. Sie sammelte Spendengelder, um die Finanzierung der Dolmetscher-Einsätze sicherzustellen. Und sie nahm Kontakt zum EMZ auf. Sie hatte schon für das Zentrum als freie Journalistin gearbeitet und kannte den Geschäftsführer Ramazan Salman. Beide starteten das Dolmetscher Projekt für die MHH, das EMZ übernahm die Organisation, die „Kleinen Herzen“ die Finanzierung. „Ursprünglich haben wir 40.000 Euro im Jahr bereitgehalten, seitdem die Krankenkassen die Kosten übernehmen, hält der Verein jedes Jahr 10.000 bereit, falls doch mal wieder gespart werden muss“, erläutert Thorsting.
„Für mich ist es eine große Ehre die „Kleinen Herzen“ bei dem Dolmetscherprojekt zu unterstützen“, so Ahmetović. „Und es passt auch zu meiner Geschichte. Wenn wir nicht miteinander reden können, kann man auch nur schwer gesund werden. Gern helfe ich Menschen und ihren Angehörigen, die um ihr Leben kämpfen, egal ob es Krebs ist oder kranke Kinderherzen.“ Ahmetović unterstützt z. B. im Kleinen auch den Bau des Elternhauses für den „Verein krebskranke Kinder Hannover“, vor Kurzem, im März 2026, war der erste Spatenstich.
Ira Thorsting ist begeistert darüber, dass Adis Ahmetović die Schirmherrschaft für das Dolmetscherprojekt übernimmt: „Wir brauchen immer wieder Menschen, die uns unterstützen, nicht nur finanziell, sondern auch ideell, zum Beispiel indem sie Patenschaften übernehmen.“ Und Ahmetovic ergänzt: „Ich gebe gerne meinen Namen und mein Netzwerk dafür. Gleichzeitig können wir überlegen, wie wir das Projekt weiterentwickeln können.“
Das Dolmetscher-Projekt in Zahlen
Der Bedarf an Übersetzungen steigt ständig. Die häufigsten Übersetzungen finden derzeit in arabischer Sprache statt. Für das Projekt "Kleine Herzen" waren im Jahr 2025 insgesamt 57 Dolmetscher für 148 Einsätze tätig. Dabei wurde in insgesamt 18 Sprachen gedolmetscht. Die im Jahr 2025 abgedeckten Sprachen waren: Arabisch, Bulgarisch, Dari, Farsi, Französisch, Italienisch, Kurdisch-Kurmanji, Kurdisch-Sorani, Mazedonisch, Paschtu, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch und Ukrainisch.
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Ärzte, Pflegekräfte, Betreuer, Therapeuten und alle, die in deutschen Kliniken arbeiten, werden immer wieder mit äußerst belastenden Situationen konfrontiert: Patienten werden auf Dauer behindert bleiben oder sterben und die Angehörigen müssen so einfühlsam wie möglich darüber informiert werden.
Der Verein „Kleine Herzen Hannover – Hilfe für kranke Kinderherzen“ unterstützt seit 2006 die Kinderherzklinik und die Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover. Das Ziel: Die Patienten, ihre Eltern und Geschwister sollen sich immer gut und warmherzig betreut fühlen – auch wenn es einmal ganz schlimm kommt!
Die Idee der „Kleinen Herzen Hannover“: Ärzte und Pflegekräfte, Betreuer und Therapeuten sollen eine Weiterbildung als psychologisch geschulte Krisenbegleiter bekommen. Für dieses innovative Weiterbildungsprojekt wurde der gemeinnützige Verein bundesweit mehrfach ausgezeichnet.
Wir haben zudem ganz aktuell noch einen weiteren Aufbaukurs in unser Programm aufgenommen, an dem Sie natürlich nach einem Grundkurs auch teilnehmen können:
Fortbildung Nr. 49 vom 08.10.26 bis 09.10.26
Thema: Teamkultur und Führung in der Krisenbegleitung (nur für Absolventen der Grundausbildung)
Jetzt anmelden zur kostenlosen "Weiterbildung zur Krisenbegleitung"

Wann: 4. Mai 2026 von 17 bis 19 Uhr
Wo: Yachtschule Hannover, Rudolf von Bennigsen Ufer 51, 30173 Hannover
Für die kleinen Patientinnen und Patienten aus der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gibt es jetzt ein ganz besonderes Angebot. Die Yachtschule Hannover will die Jungen und Mädchen kostenlos an den Segelsport heranführen. „Segeln für die Seele“ nennt sich das ehrenamtliche Projekt, das von der MHH und dem gemeinnützigen Projektverein „Kleine Herzen Hannover“ unterstützt wird.
Mehrere Termine gibt es in 2026, und gestartet wird der zweistündige Segeltörn auf dem Maschsee am 4. Mai 2026 um 17 Uhr. Die Kinder sollen einmal Abstand vom Klinikalltag gewinnen und auf andere Gedanken kommen. „Segeln beruhigt die Seele, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und fördert die Wahrnehmung der eigenen Umgebung“, schreibt die Yachtschule in der Einladung.
Das Angebot gilt aber nicht nur für die Kinder und ihre Eltern oder Angehörigen, sondern auch für Pflegekräfte, Ärzte und für alle, die in der MHH-Kinderklinik tätig sind. Denn: „Wir sind doch alle in einem Boot - besonders in der MHH-Kinderklinik“, betont der Verein „Kleine Herzen Hannover“.
Segellehrer der Yachtschule sorgen an Bord für Sicherheit und für ein tolles Segelerlebnis. Bei schlechtem Wetter oder zu viel Wind wird nicht gesegelt.
Für diese Termine am 8.6., 13.7., 24.8. und am 28. September jeweils von 17 bis 19 Uhr bitte hier anmelden: https://eveeno.com/segelnfuerdieseele2026
Rückblick 2025 mit dem Song vom Musiker Christian Fahrenheit begleitet dieses neue Projekt „Segeln für die Seele“: https://youtu.be/fzwg1yPK61g
Hörfunksendung berichtet am 26. April über „Segeln für die Seele“
Auch in der neuen Hörfunksendung „Kleine Herzen on Air“ im Bürgerradio „Leibniz.fm, jeweils jeden vierten Sonntag im Monat, berichten wir auch über unser „Segeln für die Seele“-Projekt. Die Sendungen produziert der Verein in Eigenregie, unterstützt vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen/Bremen. Start war am 22. März 2026. Anschließend findet man die Sendung in der Mediathek. Weitere Termine: 26.04.2026, 24.05.2026, 28.06.2026, 26.07.2026, 23.08.2026. Auf UKW 106,5, DAB+ und im Stream.

20 Jahre Kleine Herzen Hannover, 15 Jahre Dolmetscherprojekt mit dem Ethno Medizinischen Zentrum e.V. (EMZ). 2025 wurden insgesamt 57 Dolmetscher für 148 Einsätze tätig; gedolmetscht wurde in 18 Sprachen. Insgesamt wurden bisher etwa 40.000 Euro aus Spendenmitteln für das Projekt eingesetzt.
Es ist exakt 15 Jahre her, 2011, als das Dolmetscher-Projekt an der Kinderklinik der MHH ins Leben gerufen wurde. Ira Thorsting vom Verein „Kleine Herzen Hannover“ hat damals das Problem erkannt und für Abhilfe gesorgt. Sie sammelte Spendengelder, um die Finanzierung der Dolmetscher-Einsätze sicherzustellen. Und sie nahm Kontakt zum EMZ auf. Sie hatte schon für das Zentrum als freie Journalistin gearbeitet und kannte den Geschäftsführer Ramazan Salman. Beide starteten das Dolmetscher Projekt für die MHH, das EMZ übernahm die Organisation, die „Kleinen Herzen“ die Finanzierung. „Gerade wenn es um die Gesundheit geht, um Diagnosen, Therapien, Medikamente und Heilungsprognosen, ist es enorm wichtig sich richtig zu verstehen“, so die Vereinsvorsitzende. Und Dr. Michael Sasse, leitender Oberarzt der Pädiatrischen Kardiologie und Intensivmedizin ergänzt: „Der muttersprachliche Austausch ist für uns die einzige Möglichkeit, auf die Familien zuzugehen, den gemeinsamen Weg aufzuzeigen und die Ängste zu nehmen. Die Arbeit der Dolmetscherinnen und Dolmetscher verbessert die Zusammenarbeit zwischen dem Stationsteam, den Kindern und deren Eltern deutlich.“ Das Dolmetscher-Projekt der „Kleinen Herzen“ wirkte als Vorbild für andere Stationen der MHH und weiterer Kliniken bundesweit. “Nach dem Zuzug der vielen Flüchtlinge haben wir unser Angebot noch mal erweitert und haben jetzt bis zu 300 Dolmetscher für 50 Sprachen in Hannover und anderen Teilen von Niedersachsen“, sagt Ramazan Salman.
Ramazan Salman kam mit sechs Jahren Ende der 60er Jahre aus der Türkei nach Deutschland. Sein Vater war in der Türkei Busfahrer, wurde von den deutschen Verkehrsbetrieben angeworben und fuhr in Hannover Straßenbahn. Wie es oft bei kleinen Kindern ist, lernte Ramazan schnell die deutsche Sprache. Das führte dazu, dass er von seinen Eltern, Verwandten und Freunden bei Behördengängen, beim Arzt oder im Krankenhaus als Übersetzer mitgenommen wurde. „Damals habe ich zum ersten Mal erkannt, dass man mit Sprache helfen kann. Aber es war auch für mich als Kind eine Belastung, drei bis viermal die Woche mit Leuten mitzugehen und zu übersetzen. Nur: In unserer Kultur kannst du nicht nein sagen. Und so habe ich helfen gelernt.“ Salman ging später auf das Gymnasium Tellkampfschule in Hannover und studierte Sozialwissenschaften. Anschließend gründete er vor fast 30 Jahren mit Kommilitonen das EMZ, um die gesundheitliche Versorgung von Migranten zu verbessern. Es war damals der erste Dolmetscherdienst dieser Art in Deutschland. „Deutschland war damals was das Bewusstsein für Integrationsprozesse angeht noch Entwicklungsland. Man hatte nach etwa 30 Jahren festgestellt, dass die sogenannten Gastarbeiter ja doch geblieben waren und heute Familien hatten. Damals erfand man den Begriff Integration“, erklärt Ramazan Salman.
Inzwischen gibt es über 20 Standorte bundesweit, unter anderem Büros in München, Hamburg, Berlin und Mannheim. Die Projekte des EMZ finden europaweit Beachtung; im Oktober 2015 bekam das Zentrum den renommierten European Health Award. Auch das Dolmetscher-Projekt der „Kleinen Herzen Hannover“ wurde schon ausgezeichnet: „Gleich nach der Gründung bekam unser Projekt den Integrationspreis des „Deutsch-Türkischen Netzwerkes“, 2016 bekamen wir unter anderem für das Dolmetscher-Projekt den Sonderpreis „Bildung und Soziales“ des Innovationspreises des Landkreises Göttingen und 2022 waren die „Kleinen Herzen“ Platz 1 der Charity-Aktion 2022/23 "Holtzmann & Friends. Gemeinsam stark!" Immerhin wurden damals 82 gemeinnützige Projekte eingereicht“, freut sich Ira Thorsting.
Und auch aus dem kollegialen Umfeld gibt es Anerkennung, so schrieb Sebastian Kahnt, Geschäftsführer des Bundesverbands Herzkranke Kinder e.V. (BVHK): “Es freut mich sehr zu hören, wie erfolgreich und wertvoll das Dolmetscher-Projekt von „Kleine Herzen Hannover“ ist und wie es inzwischen auch überregional als Vorbild wahrgenommen wird. Dass andere Vereine, sogar aus Süddeutschland, sich bereits nach euren Erfahrungen erkundigen und du Kontakte weiter vermittelst, zeigt, wie groß der Bedarf und das Interesse an dieser Idee ist.
Das EMZ tut viel, damit ihre Dolmetscher gut geschult werden. Denn sie müssen nicht nur die jeweilige Sprache gut beherrschen, sondern sich auch mit den oft komplizierten Krankheitsbildern und der Kultur der Patienten auskennen: “Wir üben sogar, wie man sich als Dolmetscher ans Bett stellt oder wie man in bestimmten Kulturen Begrüßungsformeln macht. Dabei ist Neutralität oberstes Gebot. Sie dürfen nichts verschweigen, aber auch nichts hinzufügen. Und wir bringen ihnen bei, dass Ordnung, Qualität und Pünktlichkeit deutsche Tugenden sind, die es ihnen erleichtern, gut mit den Ärzten und dem Pflegepersonal zusammenzuarbeiten“, sagt Ramazan Salman. In den Schulungen bekommen die Dolmetscher verschiedene Dolmetsch- und Recherche-Techniken vermittelt, Fachbegriffe werden immer wieder aufgefrischt und die rechtlichen Grundlagen unterrichtet. Und es gibt regelmäßige Supervision, denn die Dolmetscher führen schwierige Gespräche, oft geht es um Leben und Tod. Mit solchen belastenden Situationen muss man umgehen lernen; dann ist Abgrenzung wichtig.
Der Bedarf an Übersetzungen steigt ständig. Die häufigsten Übersetzungen finden derzeit in arabischer Sprache statt. Für das Projekt "Kleine Herzen" waren im Jahr 2025 insgesamt 57 Dolmetscher für 148 Einsätze tätig. Dabei wurde in insgesamt 18 Sprachen gedolmetscht. Die im Jahr 2025 abgedeckten Sprachen waren: Arabisch, Bulgarisch, Dari, Farsi, Französisch, Italienisch, Kurdisch-Kurmanji, Kurdisch-Sorani, Mazedonisch, Paschtu, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Türkisch und Ukrainisch. „Bisher haben wir etwa 40.000 Euro für unser Dolmetscher-Projekt aus Spendenmitteln eingesetzt. Wir halten vorsichtshalber jährlich immer 10.000 Euro in unserer Budgetplanung dafür vor, falls wir wieder einmal dafür etwas zahlen sollten“, erläutert Thorsting.
Ramazan Salman ist begeistert, dass „Kleine Herzen Hannover“ dieses Projekt unterstützt und wünscht sich, dass die Spendenbereitschaft weiter groß bleibt: “Das ist ein besonderer Verein. Die leisten eine Arbeit, die ihresgleichen bundesweit sucht. Ich habe davor großen Respekt.“ Für die Zukunft wünscht er sich noch engere Zusammenarbeit mit dem Verein um die Arbeit weiter zu verbessern. Zum Beispiel, was ist wenn das Kind nach der OP in die Reha muss? „Das Thema Dolmetscher in der Reha finde ich genauso wichtig, wie in der Klinik. “Und von der Gesellschaft und der Politik wünscht Salman sich, dass das Bewusstsein für dieses Thema zunimmt: “Wenn in Deutschland in einigen Jahren nicht mehr Vereine alleine das Thema stemmen müssen und der Staat es als seine Aufgabe betrachtet, dann ist unsere Mission erfüllt.“

