Unser Tagebuch

Die Aktionen des Kleine Herzen Hannover e.V.
2025
13.3.2025

Wissen und Trost

Ein Nachruf auf Prof. Dr. Carlo Kallfelz

"Da ist ein Geräusch zu hören": mit diesen Worten in der Kinderkardiologie der MHH fing alles an. Es war Yans Herz, in dem jenes Geräusch zu hören war. Nur wenige Tage war unser Sohn damals im Februar 1986 alt: so klein und schon einHerzpatient, Diagnose Ventrikelseptumdefekt (VSD)! "Wir müssen das Lochverschließen", sagte Prof. Dr. Kallfelz. Von ihnen ging so eine Klarheit aus, und zugleich waren sie für mich, meinen Mann Jörns und Xenia, Yans ältere Schwester, auch Worte der Zuversicht. In Prof. Dr. Kallfelz sahen wir von nun an einen Weggefährten. Seine Fähigkeit, hochkomplexes Wissen gleichsam auf Augenhöhe zu vermitteln, war für uns und für andere  betroffenen Familienherzkranker Kinder wie ein Leuchtturm, ein Rettungsring.

Wissen und Trost in einem: so sehe ich Prof. Dr. Carlo Kallfelz noch immer vor mir. Seine große Empfindsamkeit und seine schier unendliche Kenntnis der Kardiologie bei Kindern zeichnete diesen außergewöhnlichen Mediziner aus. Und da gab es ja noch sein Team: immer hoch motiviert und begeisterungsfähig. Und wenn all die ärztliche Kunst das Leben eines kleinen Patienten nicht retten konnte, auch dann blieb Prof. Dr. Kallfelz ein großer Halt.

Es war ein großes Glück, dass Jörns und ich mit der Gründung unseres Vereins "Kleine Herzen Hannover" im Jahr 2006 Prof. Dr. Kallfelz und seinen Nachfolgern etwas zurückgeben konnten: buchstäblich von ganzem Herzen dankbar für all die Anstrengungen bei der Behandlung herzkranker Kinder. Auch unser Vereinslogo - zwei zu einem Herzen geformte Handflächen, auf denen ein kleines rotes Herz liegt - erinnert an das Wirken von Prof. Dr. Carlo Kallfelz. Es sind die Hände unseres damals 20-jährigen Sohnes Yan: zwei Jahrzehnte nach jenem bedrohlichen Geräusch und dem Loch in seinem Herzen, das erfolgreich verschlossen wurde. Längst war damals ein fröhlicher Junge herangewachsen, der sich nun seinerseits voller Interesse und von hohen Ansprüchen getragen dem Spektrum der Wissenschaften widmen wollte.

Prof.Dr. Carlo Kallfelz und ich haben uns nie aus den Augen verloren, nicht bei jenen jährlichen Kontrolluntersuchungen bei Yan, nicht bei den traditionellen Grüßen zu Weihnachten und vor allem nicht angesichts all der Spendenaktivitäten für unseren Verein "Kleine Herzen Hannover". Prof. Kallfelz wurde unser Ehrenmitglied. Unser Engagement würdigte er als "unschätzbar". Sein Lob hat uns immer wieder ermutigt, neue Wege zu gehen, z.B. bei der medizinischen und räumlichen Ausstattung in der Kinderklinik der MHH. Weit mehr als zwei Millionen Euro Spendengelder wurden in all den Jahren gesammelt. Als "ganz besonders wertvoll" sah Prof Dr. Kallfelz die Verbesserung der oft seelisch und physisch belastenden Situation der Pflegekräfte und Ärzte auf der Kinder-Intensivstation an. Die Schulung von "Krisenbegleitern" ,die wir initiiert hatten, war für ihn "vorbildlich".

Im Jahr 2005 wurde Prof. Dr. Carlo Kallfelz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Da lebte er bereits im Ruhestand. Eine seiner Herzensangelegenheiten blieb weiterhin, die "Kleinen Herzen Hannover" mit Rat und Tat, mit Wissen und Trost zu unterstützen.

Wie das so ist, wenn man trotz mancher Schicksalsschläge einfach nur überleben will und dann Zeit braucht, wieder gerne zu leben: dann unterschätzen wir, wie schnelllebig die Zeit ist, und wie wir in ihr altern. Und dann erfahren wir, dass ein prägender Mensch und Weggefährte nicht mehr mitten unter uns ist. Genauso hat mich die Nachricht vom plötzlichen Tod von Prof. Dr. Carlo Kallfelz im Februar 2025 erreicht und zutiefst erschrocken. Am 1. Februar hatte ich ihn noch gefragt. ob er jemanden wüsste, der die Schirmherrschaft für die "Clinic-Clowns Hannover" übernehmen könnte. Er antwortete sofort, nannte zwei Namen und verabschiedete sich wie gewohnt mit den Worten "Viele Grüße Ihr H.C.Kallfelz". 

Ja, Herr Professor Kallfelz, ich werde mich an Ihr unendliches Wissen und auch an Ihre Menschlichkeit, Ihren Trost immer erinnern! Danke für Alles! Und wenn ich dann wieder zwischen jenen beiden Elefanten in die Kinderklinik der MHH gehe, werde ich Ihnen wie immer im Stillen zuwinken. Einem der Elefanten habe von Anfang den Namen Carlo gegeben. Ruhen Sie in Frieden, lieber Carlo, wo immer Sie sein mögen! Wirklich wissen tun wir das ja alle nicht. Aber ein Trost ist dieser Gedanke an einen Ort voller Frieden allemal!

 

Ira Thorsting
Gründerin der "Initiative Kleine Herzen" in 2006 

und Vorsitzende "Kleine Herzen Hannover e.V. - Hilfe für kranke Kinderherzen"

Abschiedsfilm hier ansehen

13.3.2025

Wissen und Trost

Ein Nachruf auf Prof. Dr. Carlo Kallfelz

"Da ist ein Geräusch zu hören": mit diesen Worten in der Kinderkardiologie der MHH fing alles an. Es war Yans Herz, in dem jenes Geräusch zu hören war. Nur wenige Tage war unser Sohn damals im Februar 1986 alt: so klein und schon einHerzpatient, Diagnose Ventrikelseptumdefekt (VSD)! "Wir müssen das Lochverschließen", sagte Prof. Dr. Kallfelz. Von ihnen ging so eine Klarheit aus, und zugleich waren sie für mich, meinen Mann Jörns und Xenia, Yans ältere Schwester, auch Worte der Zuversicht. In Prof. Dr. Kallfelz sahen wir von nun an einen Weggefährten. Seine Fähigkeit, hochkomplexes Wissen gleichsam auf Augenhöhe zu vermitteln, war für uns und für andere  betroffenen Familienherzkranker Kinder wie ein Leuchtturm, ein Rettungsring.

Wissen und Trost in einem: so sehe ich Prof. Dr. Carlo Kallfelz noch immer vor mir. Seine große Empfindsamkeit und seine schier unendliche Kenntnis der Kardiologie bei Kindern zeichnete diesen außergewöhnlichen Mediziner aus. Und da gab es ja noch sein Team: immer hoch motiviert und begeisterungsfähig. Und wenn all die ärztliche Kunst das Leben eines kleinen Patienten nicht retten konnte, auch dann blieb Prof. Dr. Kallfelz ein großer Halt.

Es war ein großes Glück, dass Jörns und ich mit der Gründung unseres Vereins "Kleine Herzen Hannover" im Jahr 2006 Prof. Dr. Kallfelz und seinen Nachfolgern etwas zurückgeben konnten: buchstäblich von ganzem Herzen dankbar für all die Anstrengungen bei der Behandlung herzkranker Kinder. Auch unser Vereinslogo - zwei zu einem Herzen geformte Handflächen, auf denen ein kleines rotes Herz liegt - erinnert an das Wirken von Prof. Dr. Carlo Kallfelz. Es sind die Hände unseres damals 20-jährigen Sohnes Yan: zwei Jahrzehnte nach jenem bedrohlichen Geräusch und dem Loch in seinem Herzen, das erfolgreich verschlossen wurde. Längst war damals ein fröhlicher Junge herangewachsen, der sich nun seinerseits voller Interesse und von hohen Ansprüchen getragen dem Spektrum der Wissenschaften widmen wollte.

Prof.Dr. Carlo Kallfelz und ich haben uns nie aus den Augen verloren, nicht bei jenen jährlichen Kontrolluntersuchungen bei Yan, nicht bei den traditionellen Grüßen zu Weihnachten und vor allem nicht angesichts all der Spendenaktivitäten für unseren Verein "Kleine Herzen Hannover". Prof. Kallfelz wurde unser Ehrenmitglied. Unser Engagement würdigte er als "unschätzbar". Sein Lob hat uns immer wieder ermutigt, neue Wege zu gehen, z.B. bei der medizinischen und räumlichen Ausstattung in der Kinderklinik der MHH. Weit mehr als zwei Millionen Euro Spendengelder wurden in all den Jahren gesammelt. Als "ganz besonders wertvoll" sah Prof Dr. Kallfelz die Verbesserung der oft seelisch und physisch belastenden Situation der Pflegekräfte und Ärzte auf der Kinder-Intensivstation an. Die Schulung von "Krisenbegleitern" ,die wir initiiert hatten, war für ihn "vorbildlich".

Im Jahr 2005 wurde Prof. Dr. Carlo Kallfelz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Da lebte er bereits im Ruhestand. Eine seiner Herzensangelegenheiten blieb weiterhin, die "Kleinen Herzen Hannover" mit Rat und Tat, mit Wissen und Trost zu unterstützen.

Wie das so ist, wenn man trotz mancher Schicksalsschläge einfach nur überleben will und dann Zeit braucht, wieder gerne zu leben: dann unterschätzen wir, wie schnelllebig die Zeit ist, und wie wir in ihr altern. Und dann erfahren wir, dass ein prägender Mensch und Weggefährte nicht mehr mitten unter uns ist. Genauso hat mich die Nachricht vom plötzlichen Tod von Prof. Dr. Carlo Kallfelz im Februar 2025 erreicht und zutiefst erschrocken. Am 1. Februar hatte ich ihn noch gefragt. ob er jemanden wüsste, der die Schirmherrschaft für die "Clinic-Clowns Hannover" übernehmen könnte. Er antwortete sofort, nannte zwei Namen und verabschiedete sich wie gewohnt mit den Worten "Viele Grüße Ihr H.C.Kallfelz". 

Ja, Herr Professor Kallfelz, ich werde mich an Ihr unendliches Wissen und auch an Ihre Menschlichkeit, Ihren Trost immer erinnern! Danke für Alles! Und wenn ich dann wieder zwischen jenen beiden Elefanten in die Kinderklinik der MHH gehe, werde ich Ihnen wie immer im Stillen zuwinken. Einem der Elefanten habe von Anfang den Namen Carlo gegeben. Ruhen Sie in Frieden, lieber Carlo, wo immer Sie sein mögen! Wirklich wissen tun wir das ja alle nicht. Aber ein Trost ist dieser Gedanke an einen Ort voller Frieden allemal!

 

Ira Thorsting
Gründerin der "Initiative Kleine Herzen" in 2006 

und Vorsitzende "Kleine Herzen Hannover e.V. - Hilfe für kranke Kinderherzen"

Abschiedsfilm hier ansehen

4.3.2025

Wenn unser hellster kleiner Stern nicht mehr leuchtet!

Hilfe in der Zeit der Trauer

Der Tod eines geliebten Kindes ist ein tief einschneidendes Ereignis im Leben der gesamten Familie. Die Trauer ist unendlich groß, und zugleich stehen die Angehörigen vor der schwierigen Aufgabe, das verstorbene Kind mit einer Trauerrede zu würdigen: mit Worten, die den Schmerz und die Verzweiflung erkennen, die aber auch Kraft geben können, indem sie an das so geliebte Kind in seiner Einzigartigkeit erinnern. 

 

Dem Verein "Kleine Herzen Hannover" ist es ein großes Anliegen, den Angehörigen von Kindern, die infolge eines Herzfehlers verstorben sind, die tröstende Hilfe des freien Trauerredners Michael Heuer zukommen zu lassen. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Michael Heuer als herausragender preisgekrönter Filmemacher tätig. Darüber hinaus ist ihm seit Jahren das Gestalten und Vortragen einer Trauerrede wichtig.

 

Die Vorgespräche mit den Hinterbliebenen, die Musikauswahl, die Einbeziehung von Fotos und persönlichen Gegenständen sind die Grundlage jeder Trauerrede. Danach wird die Trauerrede in Abstimmung mit dem jeweiligen Bestattungsunternehmen in der Kapelle, am Grab, im Friedwald oder auf See vorgetragen.

 

Der Verein "Kleine Herzen Hannover" hat großes Vertrauen in Michael Heuer und bietet den Angehörigen des verstorbenen Herzkindes an, die Kosten für seine Trauerrede zu übernehmen. Bei der Kontaktaufnahme zu Michael Heuer stehen wir Ihnen jederzeit zur Seite: weil wir wissen, was es bedeutet, wenn der hellste kleine Stern nicht mehr leuchtet und wir trotzdem Licht und Zuversicht brauchen, um weiter leben zu können.


Weitere Informationen über Michael Heuer:

https://meinfilm-meinabschied.de  

https://www.wikiwand.com/de/articles/Michael_Heuer

4.3.2025

Wenn unser hellster kleiner Stern nicht mehr leuchtet!

Hilfe in der Zeit der Trauer

Der Tod eines geliebten Kindes ist ein tief einschneidendes Ereignis im Leben der gesamten Familie. Die Trauer ist unendlich groß, und zugleich stehen die Angehörigen vor der schwierigen Aufgabe, das verstorbene Kind mit einer Trauerrede zu würdigen: mit Worten, die den Schmerz und die Verzweiflung erkennen, die aber auch Kraft geben können, indem sie an das so geliebte Kind in seiner Einzigartigkeit erinnern. 

 

Dem Verein "Kleine Herzen Hannover" ist es ein großes Anliegen, den Angehörigen von Kindern, die infolge eines Herzfehlers verstorben sind, die tröstende Hilfe des freien Trauerredners Michael Heuer zukommen zu lassen. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Michael Heuer als herausragender preisgekrönter Filmemacher tätig. Darüber hinaus ist ihm seit Jahren das Gestalten und Vortragen einer Trauerrede wichtig.

 

Die Vorgespräche mit den Hinterbliebenen, die Musikauswahl, die Einbeziehung von Fotos und persönlichen Gegenständen sind die Grundlage jeder Trauerrede. Danach wird die Trauerrede in Abstimmung mit dem jeweiligen Bestattungsunternehmen in der Kapelle, am Grab, im Friedwald oder auf See vorgetragen.

 

Der Verein "Kleine Herzen Hannover" hat großes Vertrauen in Michael Heuer und bietet den Angehörigen des verstorbenen Herzkindes an, die Kosten für seine Trauerrede zu übernehmen. Bei der Kontaktaufnahme zu Michael Heuer stehen wir Ihnen jederzeit zur Seite: weil wir wissen, was es bedeutet, wenn der hellste kleine Stern nicht mehr leuchtet und wir trotzdem Licht und Zuversicht brauchen, um weiter leben zu können.


Weitere Informationen über Michael Heuer:

https://meinfilm-meinabschied.de  

https://www.wikiwand.com/de/articles/Michael_Heuer

10.2.2025

Lachen gegen Angst und Sorgen

„Kleine Herzen Hannover“ erhält Spenden für Clowns-Projekt

Umständlich und tollpatschig kramt Barbalotta kleine bunte Luftballons aus ihrem Kofferhervor und formt daraus ungewöhnliche Blumensträuße. Die lila gekleidete Clownin überreicht die Geschenke an die großzügigen Spender, die sich an diesem Mittag vor der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für ein Foto aufgestellt haben. Wieder einmal haben sich Menschen zusammengefunden, um mit ihren Geldern die Projektarbeit des Vereins „Kleine Herzen Hannover“ zu unterstützen. Diesmal sind es ehemalige Soldaten und eine Galeristin.

 

1.000 Euro überreicht Karin Kummer-Trull an die Vereinsvorsitzende Ira Thorsting. Das Geld kam zusammen bei einer Vernissage in Kastens Hotel Luisenhof in Hannover. Dort hatten sich Ende vergangenen Jahres Kunst-Interessierte und Auto-Fans getroffen. Zu sehen waren knallbunte Acrylwerke mit Motiven von Luxus-Autos des Künstlers Bernd Lehmann. Die Besucher der Ausstellung hatten an diesem Abend Eintritt bezahlt – die Hälfte davon ging nun an die „Kleinen Herzen Hannover“. Organisiert hatte die Vernissage Galeristin Kummer-Trull. Bei der Spendenübergabe macht sie nochmal ihre Motivation deutlich: „Das berührt mich einfach. Mich berührt dieses wahnsinnige Engagement von Ira Thorsting. Dieses Durchsetzungsvermögen und dieses „Am-Ball-bleiben“, weil es am Ende immer für die Kinder ist.“

 

Aus einer ganz anderen Ecke kommt die zweite Spende. 80 ehemalige Soldaten haben auf ihrer Adventsfeier 601 Euro für die herzkranken Kinder gespendet. „Diese Hilfe ist genau das, was uns ausmacht“, sagt Ortwin Timm, Vorsitzender der Kameradschaft der Ehemaligen, Reservisten und Hinterbliebenen (ERH) im Deutschen Bundeswehr Verband. Die Großzügigkeit der Spenden sei auch für ihn eine positive Überraschung gewesen. „Hier geht es ja um die Jüngsten. Wir freuen uns, wenn wir helfen können“ sagt Timm. Begleitet wird er bei der Spendenübergabe von seinen Kameraden Torsten Kemm, Andreas Priesemann und Jürgen Kranert.

 

Beide Summen fließen ein in das neueste Projekt der „Kleinen Herzen Hannover“. Seit dem 1. Februar finanziert der Verein einmal wöchentlich einen Auftritt der „Clinic Clowns Hannover“ auf der Kinderherzstation. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Kinder auch mal auf andere Gedanken kommen, ihre Sorgen kurz vergessen und mal wieder herzhaft lachen können“, sagt Vereinsvorsitzende Ira Thorsting. Dass das Lachen eine positive Wirkung auf die Gesundheit hat, haben Fachleute längst bewiesen. Aber auch für Eltern und Angehörige kann eine positive Umgebung von großem Nutzen sein, bestätigt Professor Dr. Philipp Beerbaum. „Es ist für die Familien unglaublich wichtig, nach einer sehr belastenden Gesamtsituation, wo sie um das Überleben ihres Kindes bangen müssen, sich gut aufgehoben zu fühlen.“  Der Klinik-Direktor bescheinigt den „Kleinen Herzen“ eine Türöffnerfunktion bei wichtigen Investitionen. „Die Universitätskliniken sind entsetzlich ausgestattet in Deutschland. Wenn sie aber wissen, dass sie für einen Umbau oder ein Projekt die Hälfte von Sponsoren gespendet bekommen, dann fassen sie auch mal Sachen an, die sie sonst vielleicht gar nicht umgesetzt hätten.“ Er wisse die Arbeit des Projektvereins sehr zu schätzen, sagt Professor Beerbaum: „Ich bin an diese Klinik gekommen, es gab Frau Thorsting, es gab Herrn Thorsting, es gab die Kleinen Herzen – diese Situation war und ist für mich und die Klinik äußerst luxuriös.“

10.2.2025

Lachen gegen Angst und Sorgen

„Kleine Herzen Hannover“ erhält Spenden für Clowns-Projekt

Umständlich und tollpatschig kramt Barbalotta kleine bunte Luftballons aus ihrem Kofferhervor und formt daraus ungewöhnliche Blumensträuße. Die lila gekleidete Clownin überreicht die Geschenke an die großzügigen Spender, die sich an diesem Mittag vor der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für ein Foto aufgestellt haben. Wieder einmal haben sich Menschen zusammengefunden, um mit ihren Geldern die Projektarbeit des Vereins „Kleine Herzen Hannover“ zu unterstützen. Diesmal sind es ehemalige Soldaten und eine Galeristin.

 

1.000 Euro überreicht Karin Kummer-Trull an die Vereinsvorsitzende Ira Thorsting. Das Geld kam zusammen bei einer Vernissage in Kastens Hotel Luisenhof in Hannover. Dort hatten sich Ende vergangenen Jahres Kunst-Interessierte und Auto-Fans getroffen. Zu sehen waren knallbunte Acrylwerke mit Motiven von Luxus-Autos des Künstlers Bernd Lehmann. Die Besucher der Ausstellung hatten an diesem Abend Eintritt bezahlt – die Hälfte davon ging nun an die „Kleinen Herzen Hannover“. Organisiert hatte die Vernissage Galeristin Kummer-Trull. Bei der Spendenübergabe macht sie nochmal ihre Motivation deutlich: „Das berührt mich einfach. Mich berührt dieses wahnsinnige Engagement von Ira Thorsting. Dieses Durchsetzungsvermögen und dieses „Am-Ball-bleiben“, weil es am Ende immer für die Kinder ist.“

 

Aus einer ganz anderen Ecke kommt die zweite Spende. 80 ehemalige Soldaten haben auf ihrer Adventsfeier 601 Euro für die herzkranken Kinder gespendet. „Diese Hilfe ist genau das, was uns ausmacht“, sagt Ortwin Timm, Vorsitzender der Kameradschaft der Ehemaligen, Reservisten und Hinterbliebenen (ERH) im Deutschen Bundeswehr Verband. Die Großzügigkeit der Spenden sei auch für ihn eine positive Überraschung gewesen. „Hier geht es ja um die Jüngsten. Wir freuen uns, wenn wir helfen können“ sagt Timm. Begleitet wird er bei der Spendenübergabe von seinen Kameraden Torsten Kemm, Andreas Priesemann und Jürgen Kranert.

 

Beide Summen fließen ein in das neueste Projekt der „Kleinen Herzen Hannover“. Seit dem 1. Februar finanziert der Verein einmal wöchentlich einen Auftritt der „Clinic Clowns Hannover“ auf der Kinderherzstation. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Kinder auch mal auf andere Gedanken kommen, ihre Sorgen kurz vergessen und mal wieder herzhaft lachen können“, sagt Vereinsvorsitzende Ira Thorsting. Dass das Lachen eine positive Wirkung auf die Gesundheit hat, haben Fachleute längst bewiesen. Aber auch für Eltern und Angehörige kann eine positive Umgebung von großem Nutzen sein, bestätigt Professor Dr. Philipp Beerbaum. „Es ist für die Familien unglaublich wichtig, nach einer sehr belastenden Gesamtsituation, wo sie um das Überleben ihres Kindes bangen müssen, sich gut aufgehoben zu fühlen.“  Der Klinik-Direktor bescheinigt den „Kleinen Herzen“ eine Türöffnerfunktion bei wichtigen Investitionen. „Die Universitätskliniken sind entsetzlich ausgestattet in Deutschland. Wenn sie aber wissen, dass sie für einen Umbau oder ein Projekt die Hälfte von Sponsoren gespendet bekommen, dann fassen sie auch mal Sachen an, die sie sonst vielleicht gar nicht umgesetzt hätten.“ Er wisse die Arbeit des Projektvereins sehr zu schätzen, sagt Professor Beerbaum: „Ich bin an diese Klinik gekommen, es gab Frau Thorsting, es gab Herrn Thorsting, es gab die Kleinen Herzen – diese Situation war und ist für mich und die Klinik äußerst luxuriös.“

V.l. Ira Thorsting, Dirk Seegers, Professor Dr. Philipp Beerbaum, Karin Kummer-Trull, Ortwin Timm, Andreas Priesemann, Jürgen Kranert, Torsten Kemm, Clownin Barbalotta, Peter H. Voss